Zum Hauptinhalt springen
  1. Blog/

LaTeX

·
Wie ich Word durch LaTeX ersetzte.

Im Rahmen meines Wahlpflichtpraktums schreibe ich aktuell an meiner zweiten größeren Projektarbeit. Die einzige andere Projektarbeit war bisher die für das Praktikum Pharmazeutische Technologie, welche, Stand jetzt, noch nicht vollständig abgeschlossen ist.

Für diese Arbeit entschieden wir uns jedoch für Microsoft Word. Also im Grunde wurde uns diese Entscheidung fast abgenommen, da die Universität Regensburg uns das Office 365 zur Verfügung stellt und es damit auch bei uns Studenten den De-Facto-Standard darstellt. Zudem erleichtert es das Arbeiten im Team doch sehr.

Formatierungen sind jedoch immer ein Kampf. Daher wollte ich versuchen, LaTeX für diese Arbeit einzusetzen. Ich kannte LaTeX vor allem aus mathematischen Kursen an der Uni und hatte schon oft gehört, dass es Setzen (von Satz) deutlich vereinfachen soll. Aber nicht nur das Schreiben mathematischer Arbeiten macht es deutlich angenehmer, durch das einbinden einiger zusätzlicher Pakete werden wissenschaftliche Texte zum Kinderspiel.

Über LaTeX

LaTeX [ˈlaːtɛç] ist ein Softwarepaket, das die Benutzung des Textsatzsystems TeX mit Hilfe von Makros vereinfacht. LaTeX wurde Anfang der 1980er Jahre von Leslie Lamport entwickelt.Der Name bedeutet so viel wie Lamport TeX. Die Entwicklung wurde seit den 1990er Jahren von einer Anzahl Entwicklern weitergeführt. Heute ist LaTeX die populärste Methode, TeX zu verwenden.

Wikipedia: LaTeX

LaTeX funktioniert ähnlich wie HTML oder Markdown: Zunächst wird die Formatierung von Text getrennt. Bei WYSIWYG1-Textverarbeitungsprogrammen wie Word sieht man direkt, wie das gedruckte Dokument hinterher aussehen wird. Das macht es für viele Nutzer einfacher, zwingt sie aber auch dazu, sich direkt und unmittelbar mit der Formatierung zu beschäftigen. LaTeX trennt dies zunächst, gibt aber dennoch eine übersichtliche Struktur vor. Zudem sind die Standard Formatvorlagen deutlich schlichter und zumindest für mich wesentlich ansprechender als die von Word (Warum ist alles blau und wieso Calibri?!). Ja, die Voreinstellungen von Word lassen sich überschreiben, aber das muss man auch erstmal machen.

Funktionen wie ein Inhalts- oder Literaturvrezeichnis lassen sich in Word zwar auch realisieren, sind in LaTeX wesentlich simpler. Zudem lässt sich LaTeX durch Pakete nahezu unendlich erweitern und deckt dadruch auch jeden noch so speziellen Fall ab.

Ein weiterer Punkt, warum ich LaTeX bevorzuge ist, dass ich jeden Texteditor benutzen kann. Ich nutze am liebsten VS Code, aber natürlich kann jeder beliebige Editor verwendet werden.

Das einzige, was mit Word sicher einfacher wäre ist das einbinden und beschriften von Grafiken. Da ich einige davor in meine Projektarbeit verwende, brauchte ich hierfür eine Lösung. Diese habe ich mit Inkscape gefunden. Hiermir lassen sich Bilder bearbeiten und beschriften und anschließend als LaTeX-Dokument speichern. Diese lassen sich dann ganz einfach einbinden.

Fazit

Für wen Word und ähnliches schon immer eine Qual war oder wer Vorerfahrung mit Texteditoren und Skriptsprachen hat, dem kann ich LaTeX nur ans Herz legen. Ganz einfach lassen sich wunderschöne Dokumente herzaubern. Vor allem der Font Computer Modern hat es mir sehr angetan. Eventuell werde ich die Projektarbeit demnächst hier hochladen.


Technische Spezifikationen

Kurzer Nachtrag über meine Arbeitsweise mit LaTeX: Als Texteditor benutze ich VS Code, da ich diesen super übersichtlich finde und vor allem die Erweiterungsmöglichkeiten sehr schätze. Für LaTeX sind dies vor allem LaTeX Workshop und natürlich git (vorinstalliert). Des Weiteren benutze ich die MacTeX-Distribution, welche ich über Homebrew installiert habe.

Verwendete Pakete

  • babel: Sorgt für die Unterstützung verschiedener Sprachen. Ich schreibe die Projektarbeit zwar auf Englisch, jedoch brauche ich ab und zu mal Deutsche Begriffe und damiteinhergehend Umlaute etc.
  • biblatex: Verbessertes Literaturverzeichnis, alternative zu bibtex.
  • booktabs: Verschönert und vereinfacht Tabellen in LaTeX.
  • chemformula: Erleichtert das Setzen von chemischen Formeln enorm und sorgt dafür, dass diese auch richtig angezeigt werden.
  • hyperref: Für Links und Metadaten.
  • longtable: Die verwendeten Materialien habe ich alle in riesigen Listen. LaTeX kann standardmäßig nicht besonders gut mit großen Tabellen umgehen, dieses Paket hilft dabei.
  • microtype: Lässt alles schöner aussehen, praktisch schwarze Magie.
  • siunitx: Das wahrscheinlich beste Paket überhaupt, simple aber hat Power. Sorgt für perfektes setzen von Einheiten, mit oder ohne vorangehenden Wert. Zudem enthält es eine Funktion, die Werte in Tabellen um den Dezimalpunkt anordnen kann. Ein Traum.
  • textgreek: Erleichtert das verwenden von griechischen Buchstaben im Text.
  • Zusätzliche Pakete die ich an der Stelle nicht weiter erleutern werden: color, csquotes, fontenc, glossaries, graphicx, tikz und tocbibind.

  1. What you see is what you get. ↩︎